Archiv der Kategorie 'Ich und Technik'

28
Aug
09

Sondermüll

Wenn der folgende Artikel nicht frei erfunden wäre, wäre ich natürlich nicht so dumm, ihn zu veröffentlichen. „Ich“ ist im Folgenden eine fiktive Person, die ich mir nicht näher bekannt ist.

Ich habe immer ein großes Problem mit Abfällen, die nicht einfach im Hausmüll entsorgt werden dürfen. Chemische Reste, Farben, Batterien oder Technik – all das landet bei mir nicht im Mülleimer. Es wird gesondert entsorgt. D.h. zunächst in erster Line: „gesammelt“.

Wenn dann irgendwann der Punkt gekommen ist, an dem das ganze Zeug raus muss, überlasse ich die Entsorgung professionellen Reinigungskräften. Farben stelle ich neben öffentliche Mülleimer, Batterien lasse ich einfach im Bus liegen und alte Technik  stelle ich auf die Straße. „Zu verschenken!“

Vorbildlich, oder?

01
Jun
09

Objektsexualität

Eine spontane Liebeserklärung an mein Mountainbike:

Schwarz lehnst du da,
an jener Wand, die meinen Raum begrenzt -
doch durch den Schmutz, den Staub, den Matsch
dein Chrom noch tapfer glänzt.

Die Gabel trieft vor Öl und quietscht,*
vom Ritt durch Wald und Hain -
Die Reifen warm, die Bremsen heiß,
machst du den Boden dein.

Bist nicht das Beste, nicht High-End
doch mutig und stabil,
das Alu gibt mir Widerstand,
Ich fahr dich mit Gefühl.

*Tut sie nicht wirklich, alles in Ordnung. ;)

27
Mai
09

Boxershorts

Die Unterhose ist von entscheidender Bedeutung für die Qualität eines Tages. Die Falsche zu tragen kann das Leben des mobilen Herren massiv einschränken. Meine unterscheiden sich in vier Klassen.

Klasse A: Diese sind meine Premium-Shorts. Sie passen perfekt, sind relativ neu und oft prangt ein Markenname vorne am Bund. Oder sie sind sehr alt und erweisen sich seit Jahren als perfekter Haltgeber an turbulenten Tagen. Man hat sie oft in der Hand und denkt sich: „Nein, die brauche ich heute nicht, heute reicht eine der Klasse B.“

Klasse B: Arbeitstiere. Machen ihren Job in allen Lebenslagen, bekommen es selten gedankt. Werden auf Reisen in den Koffer gequetscht, bleiben auch mal 2 Tage in der Sporttasche liegen oder werden als spontane Badehose missbraucht. Die Marke verstecken sie meist schamhaft auf dem Wimpel. Und sie alle haben Schwestern, da sie meistens im 2er- oder 3er-Pack gekauft wurden.

Klasse C: Hier sammeln sich Klasse A-Shorts, denen ein Knopf fehlt oder Klasse B-Hosen, bei denen das Bündchen gerissen ist. Ein gerissenes Bündchen ist als solches ja kein Problem, da die gesamte Konstruktion mit der Jeans und dem Gürtel i.d.R. am Platz gehalten wird. Problematisch wäre es nur, müsste man ohne Hose gehen. Aber das passiert ja nicht. Hoffentlich.

Ganz hinten in den Schubladen lagern Unterhosen der tückischen Klasse D. Diese kommen erst dann zum Vorschein wenn alle der Klasse C durch sind und man immer noch nicht dazu kam zu waschen oder alles – im wahrsten Sinne des Wortes – Tragbare gerade nass auf dem Ständer hängt. Sie fallen auf den ersten Blick nicht auf, teilweise sehen sie sogar relativ schick aus. Das täuscht. Manche sind aus Materialien, die garantiert nicht entwickelt wurden um sie auf der Haut zu tragen, andere haben Nähte an den unmöglichsten Stellen und machen das Gehen nach zehn Minuten zur Tortur. Oder es sind slipähnliche Objekte die ihre Funktion nicht erfüllen. Ohne allzu sehr ins Detail zu gehen: Nach ein paar Schritten ist all das, was eigentlich von Stoff gehalten werden sollte auf der einen, aller Stoff auf der anderen Seite.

28
Feb
09

Neue Freunde

In letzter Zeit habe ich viele neue Freunde. Oder sind es alte, die ich nur vergessen habe? Ich halte meine private E-Mail Adresse seit Jahren streng geheim, dennoch kann mich Biggi plötzlich erreichen und mir von den neusten Parkplatz-Treffs erzählen, Chantal erinnert mich an das Date, das wir hatten und Stefan erklärt mir die beeindruckende Wirkung seiner Potenzmittel. Und Heinrich.. mein alter Kumpel Heinrich. Er hat was tolles entdeckt:

LiDa Daidaihua?!? Wenn ich schon vollgespamt werde, kann ich doch wenigstens ein Mindestmaß an Kreativität verlangen oder etwa nicht? Eines steht fest: Wenn ich rausfinde wer von meinen bekannten Bekannten dafür verantwortlich ist, sei es durch ungefragte Massenmails oder virenverseuchte Home-PCs, dann habe ich zumindest einen Freund weniger. Schneller Ersatz ist ja jetzt gesichert.

Nachtrag: Ich habe gerade erfahren, dass es ein solches „Schlankheitsmittel“ tatsächlich gibt. Dann ist es leider nicht mehr so lustig. Allerdings besteht bei Einnahme Lebensgefahr!

20
Jan
09

Bye Linux

Meine Affaire ist vorerst beendet. Es sollte keine Bettgeschichte sein, das war immer klar, dafür  ist sie nicht zu haben. Aber es gab immer häufiger Streit, manche Probleme entpuppten sich als unüberbrückbare Gräben und bevor es wieder Tränen gibt, habe ich einen Schlussstrich gezogen. Ich habe Linux wieder deinstalliert. Oder besser: ich habe es hinterrücks gemeuchelt. Aus der Windows-Datenträgerverwaltung heraus einfach geplättet. Fies ne? Aber Fräulein Linux wäre nicht so mächtig, wenn sie mir nicht dennoch ein Bein stellen würde. GRUB, der Bootmanager war da ja noch. Das bedeutet der PC fährt nicht mehr hoch. Nichts. Error 17. Sie hat das Schloss ausgewechselt!! Jahahaaaa, meine Beste, da hast du die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Dank dieser Anleitung wars dann eine Sache vom 5min auch dieses Problem zu lösen. Jetzt hab ich wieder mein XP-Pro, kann wieder arbeiten, alles funktioniert wie früher. Und dann hat mich doch gestern gleich jemand an den passenden Song erinnert:

He left no time to regret
Kept his dick wet
With his same old safe bet

Amy Winehouse

30
Dez
08

Ubuntu-Studio

Habe den ganzen Sonntag… was, heute war Montag? Ok, zwischen dem 24. und dem 31. darf man ja wohl mal den Überblick verlieren. Also: habe den Montagnachmittag damit verbracht Ubuntu-Studio zu installieren. Hab grade aufgegeben, es hat drei Stunden gebraucht bis ich Bild hatte. Nein, ich rede nicht vom schwarzen Bildschirm mit Shell, sondern von meinem Monitor. Bios.. Linux-Ladebalken.. *Puff*, aus war er. „Out of range“. Bekanntes Problem, aber die bekannte Problemlösung funktioniert nur bis zur Vorgängerversion. Und meine Linux-Kenntnisse sind recht überschaubar. Aber Open Source-Betriebssysteme sind ja soooo toll. Klar. Da hat man schon ein alternatives System und kann dann nochmal dafür einen alternativen Treiber installieren – und das über Befehlszeilen.

Die letzten drei Stunden habe ich dann dem Sound gewidmet, weswegen ich das Studio ja eigentlich installiert hatte. Der will nicht. Wird erkannt und alles, das Soundinterface ist auch bekanntermaßen linux-freundlich, aber Ton bekomm ich nicht. Doch, mein USB-Headset geht prima. Jetzt hab ich ein dickes Producer-System zum Mails Schreiben und Skypen. Is mir jetzt auch egal. Sollen die Leute doch sagen was sie wollen, Bill Gates hat grade Punkte gemacht bei mir. Mein XP läuft seit Jahren prima unter Volllast.

Morgen ist auch noch ein (Ferien-)Tag, mal sehn ob in einem Forum in Bangladesh evtl. noch jemand ein ähnliches Problem hatte. Oder ich lass einfach mal die Leute bei mir antanzen, die mich seit Jahren wegen meines Windows auslachen.

16
Dez
08

Blauzahn

Mein Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung rauschendes Tosen und Lärmen. Weit entfernt hörte ich einen Freund rufen: „KANNST DU MICH VERSTEHEN?“. Er scheint in großer Not zu sein. „ICH KANN DICH HÖREN!“ brüllte ich in den Hörer, auf das Schlimmste gefasst…

Nichts los, er hat nur ein neues Bluetooth-Headset. Gut dass er jetzt in Notsituationen die Hände frei hat.

26
Sep
08

Zeitreise per Software

Morgen wieder ein Studiotermin. Ein Albumprojekt das sich inzwischen über Jahre erstreckt soll endlich abgeschlossen werden. Bedeutet für mich: Ich muss vor jedem Termin alte Instrumentale in eine Form bringen die ein Abmischen und Aufnehmen überhaupt erst ermöglicht.

Dann wühle ich mich durch einen Haufen (wörtlich zu nehmen) gebrannter CDs um Gitarrenspur „xy-Take34″ vom 23.11.2003 zu finden – ein Unterfangen, das nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Oder ich suche alte MIDI-Spuren, die damals von VST-PlugIns wiedergegeben wurden. Wenn ich die MIDIs habe kann ich mir sicher sein dass ich die PlugIns nicht mehr habe. Dann muss ich alte Cubase-Files auch mit dem alten Cubase öffnen um den Sound notdürftig rekonstruieren zu können. Mein aktuelles SX frisst zwar die Files, kreiert dabei aber abenteuerliche Zuordnungen.

Das alte Cubase jedoch hat einen Kopierschutz-Dongle der nicht, wie die neuen, über USB angeschlossen wird, sondern über den guten alten LPT1-Port… Fluchend krieche ich hinter meinem Rechner wieder hervor: Mein neues, teures Super-Mainboard hat keinen LPT1-Port mehr. Zum Kotzen!

alter und neuer Cubase-Dongle

alter und neuer Cubase-Dongle

Das Ende vom Lied: Ich sitze hier mit zwei PCs. Auf dem alten öffne ich Uralt-Files, mache Mixdowns ohne etwas zu hören (mein Audio-Interface steckt in meinem neuen Rechner), ziehe alles rüber auf den neuen und erwarte mit Spannung was dabei rauskommt. Nach dem anfänglichen Ärger macht das Ganze jedoch auch ein wenig Spaß. Seit gut zwei Jahren habe ich nicht mehr mit dem alten VST/32 gearbeitet und ich fühle mich wie back in the days. Bei allen offensichtlichen Vorteilen der SX-Reihe, ich kann mit dem Vorfahren noch immer sehr intuitiv und schnell arbeiten, teilweise sogar besser. Schade dass ich keinen LPT1-Port mehr habe…