Morgen wieder ein Studiotermin. Ein Albumprojekt das sich inzwischen über Jahre erstreckt soll endlich abgeschlossen werden. Bedeutet für mich: Ich muss vor jedem Termin alte Instrumentale in eine Form bringen die ein Abmischen und Aufnehmen überhaupt erst ermöglicht.
Dann wühle ich mich durch einen Haufen (wörtlich zu nehmen) gebrannter CDs um Gitarrenspur „xy-Take34″ vom 23.11.2003 zu finden – ein Unterfangen, das nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Oder ich suche alte MIDI-Spuren, die damals von VST-PlugIns wiedergegeben wurden. Wenn ich die MIDIs habe kann ich mir sicher sein dass ich die PlugIns nicht mehr habe. Dann muss ich alte Cubase-Files auch mit dem alten Cubase öffnen um den Sound notdürftig rekonstruieren zu können. Mein aktuelles SX frisst zwar die Files, kreiert dabei aber abenteuerliche Zuordnungen.
Das alte Cubase jedoch hat einen Kopierschutz-Dongle der nicht, wie die neuen, über USB angeschlossen wird, sondern über den guten alten LPT1-Port… Fluchend krieche ich hinter meinem Rechner wieder hervor: Mein neues, teures Super-Mainboard hat keinen LPT1-Port mehr. Zum Kotzen!

alter und neuer Cubase-Dongle
Das Ende vom Lied: Ich sitze hier mit zwei PCs. Auf dem alten öffne ich Uralt-Files, mache Mixdowns ohne etwas zu hören (mein Audio-Interface steckt in meinem neuen Rechner), ziehe alles rüber auf den neuen und erwarte mit Spannung was dabei rauskommt. Nach dem anfänglichen Ärger macht das Ganze jedoch auch ein wenig Spaß. Seit gut zwei Jahren habe ich nicht mehr mit dem alten VST/32 gearbeitet und ich fühle mich wie back in the days. Bei allen offensichtlichen Vorteilen der SX-Reihe, ich kann mit dem Vorfahren noch immer sehr intuitiv und schnell arbeiten, teilweise sogar besser. Schade dass ich keinen LPT1-Port mehr habe…