Archiv der Kategorie 'Ich und andere Menschen'

15
Jun
09

Die Wasserpistole

Hab mir gestern mal die Mühe gemacht, ein Gespräch vom Sommer 2008 mit Untertiteln zu versehen. Irgend ein sonniger Freitagabend im Karoviertel, Hamburg. Zu gut, als dass man es auf dem Rechner vergammeln lassen könnte.

30
Mär
09

Urban Occultism

Dass der Hamburger Stadtpark für die ein oder andere „spirituelle Erfahrung“ gut ist, wusste ich ja. Aber das hat mich dann heute doch etwas überrascht:

Naja, wo sollen sie auch sonst hin? Wenn ich als verkannter Druide in einer 2-Zimmer-Wohnung in Barmbek wohnen würde, dann hätte ich auch den Drang hin und wieder ein kleines Ritual abzuhalten. Worum es wohl ging? Eventuell ein Fluch, der auf die Nachbrin gesprochen wurde? Oder ein Bannzauber gegen GEZ-Fahnder und Gerichtsvollzieher? Oder ging es doch darum, die holde Schönheit aus der Hansebäckerei gefügig zu machen? Wer weiß…

16
Mär
09

Smalltalk

An sich fällt mir Smalltalk nicht so schwer. Ich kann mit jedem Assi am Barmbeker Bahnhof eine angeregte Unterhaltung führen, genau wie mit depressiven Ästheten im Karoviertel oder einer kulturbeflissenen Dame in der Atrium-Bar. Kein Problem. Stundenlang. Und dann wieder habe ich manchen Situationen das Gefühl zu müssen und nichts funktioniert. Dann bin ich in – an sich netter, doch unbekannter – Gesellschaft und denke mir: Jetzt musst du mal ne Runde socializen. Dann steige ich mit einer geistreichen Bemerkung ungefragt in ein Gespräch ein, (denke mir, wenn das einer bei mir machen würde, würde ich ihn schon hassen) stelle fest, dass meine Meinung eine grundlegend Andere ist; vertrete diese, bis es schon etwas aggressiv wird und dann suche ich mir die nächste Gruppe. So hinterlasse ich dann einen Raum voller Kleingruppen, die sich denken: Was war denn das für ein Arschloch?

Recht haben sie. Ich heuchle Interesse. Ich kaue auf meiner Unterlippe und verkaufe ihnen das als interessiertes Zuhören. Ich würfle ein paar Plattitüden zusammen und verkaufe ihnen das als Antwort.

(Was ist hier gerade passiert? Smalltalk? Wollte ich gerade einfach was schreiben, weil alle immer so fleißig schreiben und ich nicht? Hoffentlich merkt das keiner…)

15
Feb
09

Baumarkt

Ich war heute im Baumarkt. Mein Vater befindet sich im Krieg mit einem Marder auf seinem Dachboden. Da galt es sich zu rüsten. Bedeutete: ich trottete hinterher, während er sich mit Bauschaum, Chemikalien und Klosteinen (soll wirken) eindeckte. Normalerweise bin ich im Baumarkt wie alle anderen Männer. Ich erstarre mit offenem Mund vor Werbevideos von Stichsägen, die durch die verschiedensten Materialien gleiten, als wäre es Butter. Ich fasse alles an, prüfe den richtigen Sitz des Spatengriffs und habe größte Mühe mir nicht einen der Hubwagen zu schnappen, um die schief stehende Palette Laminat dort hinten gerade zu schieben. Ich befinde die Qualität der angeboten Produkte für größtenteils mangelhaft, frage einen Verkäufer nach einer völlig absurden Ware (Klebstoff aus der Raumfahrt zB.), die er natürlich nicht hat. Dann klopfe ich zweimal mit der flachen Hand auf den Tresen, sage: „Dann muss ich mir wohl selbst was überlegen!“ und beginne giftig aussehende Tiegel mit vielen Warnhinweisen in den Einkaufswagen zu legen. Ich trage schwere Kanthölzer zu meinem rostigen Pickup auf dem Parkplatz. Ich esse noch eine Wurst mit den anderen Jungs und fahre dann nach Hause zu meiner 7-köpfigen Familie wo ich die nächsten fünf Stunden nicht zu sprechen bin.

Normalerweise bin ich einer von ihnen. Heute nicht. Ich hatte Muskelkater und konnte kaum gehen. Ich konnte nur zuschauen. Das übliche Bild. Aber mir ist heute zum ersten Mal eine kleine Randgruppe aufgefallen: Junge Pärchen. Ein Bild des Grauens. Die erste gemeinsame Wohnung, aber nach zwei Tagen gibt es immer noch kein Licht auf dem Flur. Umstände, die so nicht mehr hingenommen werden und denen heute ein Ende bereitet wird. Arme Kerle schieben Wagen mit kreischenden Wandfarben hinter Frauen mit verheulten Augen her. Streit. Klar, sie haben es noch nicht kapiert. Frauen haben da nichts zu suchen. Frauen, die man in Baumärkten trifft, sind entweder unter 30 und weinen, alleine und entspannt oder dort wo sie hindürfen, wenn der Mann sie gnädigerweise doch mal mitgenommen hat: Im Gartencenter. Aber das ist ja auch immer auf dem Außengelände, nur eingezäunt… an sich ja perfekt.

04
Feb
09

Ich kann nichts wissen

Feedbackrunde zum Seminar. Alle sagen „Hat Spaß gemacht, die Referate waren teilweise etwas langweilig, etc…“ Das Übliche. Und dann ist eines meiner liebsten Schatzis an der Reihe: „Also ich finde diese Diskussionen nach Referaten total überflüssig. Wir sind alle nur Studenten und können noch nicht wissen was richtig oder falsch ist, dann sollte man doch lieber nichts sagen. Mich interressiert die Meinung von anderen Studenten auch gar nicht… nur Selbstprofilierung… bla“

Ok, selbst wenn sie grade von der Schule kommt, wo war sie? In China?

„Wenn du meinen Stiefelabdruck auf dem Arsch hast, dann weißt du was Profilierung ist!“ Ist mir natürlich erst 10 Minuten später eingefallen, da wars dann zu spät. Schade

Ach ja: Es war Klausurtag: Schreibe ein Essay. Frage aus ihrer Ecke: „Wieviele Argumente sollen wir bringen?“

„Genau drei bitte!“ Der war mir rechtzeitig eingefallen, aber der Prof hatte es schon diplomatischer ausgerückt.

23
Jan
09

Gäste beeindrucken

Setzen wir die Serie fort, ich stelle mich der Herausforderung meines südlichen Nachbarn: Dulsberg-Nord. Bücher sind ja schon ein alter Hut, da braucht es schon etwas handfesteres. Ich biete einen Bass. Ein Saxophon wäre noch cooler; spielen kann ich beides nicht.

23
Jan
09

Erdbeeren mit Pfeffer

Isst man ja heutzutage. Oder Schokolade mit Chili. Daran musste ich heute denken, als ich zur Uni ging. Man betritt den Campus, den Acker der Wissenschaft, und ist recht froh dass niemand weiß, was man grade so auf dem Köpfhörer hat. Insbesondere wenn man grade zur Musikwissenschaft geht…

Ludacris – Move Bitch

Auch mal probieren, macht Spaß. Aber nicht aus Versehen mitsingen!

18
Jan
09

Aus der Serie…

…Dinge die man zufällig herumliegen lassen sollte, wenn Besuch kommt, den man beeindrucken möchte.

17
Jan
09

„Mal probieren?“

Nein, Danke, bitte nicht! Schon beim Betreten des Supermarktes fiel mir dieser penetrante Gestank auf. Neben der Tiefkühlabteilung steht ein Promotionstand und serviert Nasi Goreng und Paella auf kleinen Plastiktellerchen. Um 10 Uhr morgens? Ich kämpfe beim Frühstück ja eh immer mit fester Nahrung, aber Paella? Sorry. Und dann der Geruchsbastard aus Paella und Nasi Goreng. Wow. Mutig. Ich wette, die Umsatzeinbußen sind nicht zu verachten, kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass überhaupt irgend jemand ein Tiefkühlprodukt kauft an diesem Morgen, geschweige denn von dieser Marke, ganz zu schweigen von dieser Sorte! Ich frage mich eh was diese Stände bringen. Ein wackeliges Plastikgestell mit einem bemitleidenswerten Wesen dahinter. Schon vor lauter Fremdschämen schau ich in die andere Richtung. Meistens sind sich die Promoter der Situation durchaus bewusst und schweigen betreten. Meistens. Andere sind so froh mal wieder einen Job zu haben haben, dass die jedem entgegen krähen: „Sie auch nen kleinen Tester?“. Und manchmal erbarmt man sich dann, wenn man gesehen hat, man wäre der siebte der Nein sagt. Und dann steht man da und schiebt sich ein Stückchen Brot mit dem super neuen Brotaufstrich in den Mund. Ach gar kein Fett? Unglaublich! Ja, sehr lecker. Man kaut besonders lange, da man hofft es komme bald ein weiterer Kunde, der es einem ermöglicht zu gehen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Der kommt aber nicht. Also beugt man kauend seinen Oberkörper zurück und begutachtet mit kritischem, doch gönnerhaftem Blick die Vielfalt der angebotenen Brotaufstriche. Keiner kommt, aufgeregtes Lächeln hinter dem Stand. Klar solange man da steht, denkt jeder, „Gott sei Dank, dann muss ich nicht“.

Dann sage ich höflich „Danke“ und gehe. Das ist die Wahrheit. Ich nehme mir nicht etwa eine Packung mit, die ich dann, sobald ich um die nächste Ecke bin, in das Sockenregal schiebe. Würde ich nie tun.

14
Jan
09

Ich KANN radfahren

Es taut schon wieder, die Saison steht schon fast vor der Tür und ich komme kaum aufs Rad in letzter Zeit. Also war ich zum ersten Mal gegen alle Prinzipien beim sog. Energy Cycling, um ein Wenig für die Grundlagenausdauer zu tun. Und da will mir die Kursleiterin doch tatsächlich erklären wie ich zu sitzen habe, schiebt mich auf dem Rad hin und her und meint ich solle im Wiegeritt doch bitte die Hörnchen greifen. Verdammt, ich fahre hier mit dem doppelten Widerstand, da kann ich doch wohl den Lenker greifen wie ich lustig bin, zumal Hörnchen eh out sind. Und wenn ich sehe wie Fräulein X und Herr Y neben mir auf dem Bock hängen… Ich glaub die mochte mich nicht.