Archiv für Februar 2009

28
Feb
09

8er-Stöckchen

Gina hat mir ein Stöckchen zugeworfen, das ich fast verpennt* hätte. Acht persönliche Dinge… Ok. Vor einem Jahr hätte noch gesagt: „Bin ich doof?“. Doch mit meiner neuen Blogger-Exhibtionisten-Seele zieh ich jetzt auch mal spontan blank: *huiiiii*

  • *Ich war diese Woche bei einer Konferenz – einen Monat zu früh.
  • Nach drei Stunden alleine beginne ich Selbstgespräche zu führen und unterhalte mich köstlich!
  • Dabei beschimpfe ich PC und Fernseher aufs Übelste.
  • Ich hasse es, auf Skype angerufen zu werden.
  • Je schlechter der Film, desto eher brauche ich Taschentücher. (Oder halt den Ärmel)
  • Wenn ich arbeiten muss, kann ich stundenlang nichts tun. Wenn ich Freizeit habe, langweile ich mich schnell.
  • Ich kann nicht richtig Naseputzen. Zumindest habe ich das Gefühl andere können es besser.
  • Es war mir im Sommer noch nie zu warm. Ich liebe Hitze!

So. Ich werfe dieses Stöckchen nur an einen weiter, aber mit Nachdruck!

28
Feb
09

Neue Freunde

In letzter Zeit habe ich viele neue Freunde. Oder sind es alte, die ich nur vergessen habe? Ich halte meine private E-Mail Adresse seit Jahren streng geheim, dennoch kann mich Biggi plötzlich erreichen und mir von den neusten Parkplatz-Treffs erzählen, Chantal erinnert mich an das Date, das wir hatten und Stefan erklärt mir die beeindruckende Wirkung seiner Potenzmittel. Und Heinrich.. mein alter Kumpel Heinrich. Er hat was tolles entdeckt:

LiDa Daidaihua?!? Wenn ich schon vollgespamt werde, kann ich doch wenigstens ein Mindestmaß an Kreativität verlangen oder etwa nicht? Eines steht fest: Wenn ich rausfinde wer von meinen bekannten Bekannten dafür verantwortlich ist, sei es durch ungefragte Massenmails oder virenverseuchte Home-PCs, dann habe ich zumindest einen Freund weniger. Schneller Ersatz ist ja jetzt gesichert.

Nachtrag: Ich habe gerade erfahren, dass es ein solches „Schlankheitsmittel“ tatsächlich gibt. Dann ist es leider nicht mehr so lustig. Allerdings besteht bei Einnahme Lebensgefahr!

20
Feb
09

Turnbeutelvergesser

Nachdem ich nun die Gewissheit habe, nicht in den 27 Club einzutreten, kann ich mein Blog auch weiterführen. Zehn Jahre volljährig. Zukunftsängste weichen einem „Das wird schon!“ und das Knie knackt voller Selbstbewusstsein. Es weiß nämlich, dass es den Rest seines Lebens knacken wird, dann kann es auch mal ruhig etwas sonore Resonanz entwickeln. Als es noch still war, ging ich wohl noch in die Grundschule. Da schonte ich es als klassischer „Turnbeutelvergesser“ ja auch noch. Ja der war ich. Schlimmer noch: Ich war auch ein „Essen-im-Turnbeutel-Vergesser“. Immer eine große Freude, am ersten Schultag nach den Sommerferien die grausigen Reste eines Leberwurstbrotes und einer Banane zu finden. Idiot. Naja, inzwischen habe ich meine Sporttasche bei mir und unter Kontrolle.

Anderes aus dieser Zeit blieb bis heute hängen: Aus meinem Halbjahreszeugnis, 2. Klasse:

So siehts aus! ;)

15
Feb
09

Baumarkt

Ich war heute im Baumarkt. Mein Vater befindet sich im Krieg mit einem Marder auf seinem Dachboden. Da galt es sich zu rüsten. Bedeutete: ich trottete hinterher, während er sich mit Bauschaum, Chemikalien und Klosteinen (soll wirken) eindeckte. Normalerweise bin ich im Baumarkt wie alle anderen Männer. Ich erstarre mit offenem Mund vor Werbevideos von Stichsägen, die durch die verschiedensten Materialien gleiten, als wäre es Butter. Ich fasse alles an, prüfe den richtigen Sitz des Spatengriffs und habe größte Mühe mir nicht einen der Hubwagen zu schnappen, um die schief stehende Palette Laminat dort hinten gerade zu schieben. Ich befinde die Qualität der angeboten Produkte für größtenteils mangelhaft, frage einen Verkäufer nach einer völlig absurden Ware (Klebstoff aus der Raumfahrt zB.), die er natürlich nicht hat. Dann klopfe ich zweimal mit der flachen Hand auf den Tresen, sage: „Dann muss ich mir wohl selbst was überlegen!“ und beginne giftig aussehende Tiegel mit vielen Warnhinweisen in den Einkaufswagen zu legen. Ich trage schwere Kanthölzer zu meinem rostigen Pickup auf dem Parkplatz. Ich esse noch eine Wurst mit den anderen Jungs und fahre dann nach Hause zu meiner 7-köpfigen Familie wo ich die nächsten fünf Stunden nicht zu sprechen bin.

Normalerweise bin ich einer von ihnen. Heute nicht. Ich hatte Muskelkater und konnte kaum gehen. Ich konnte nur zuschauen. Das übliche Bild. Aber mir ist heute zum ersten Mal eine kleine Randgruppe aufgefallen: Junge Pärchen. Ein Bild des Grauens. Die erste gemeinsame Wohnung, aber nach zwei Tagen gibt es immer noch kein Licht auf dem Flur. Umstände, die so nicht mehr hingenommen werden und denen heute ein Ende bereitet wird. Arme Kerle schieben Wagen mit kreischenden Wandfarben hinter Frauen mit verheulten Augen her. Streit. Klar, sie haben es noch nicht kapiert. Frauen haben da nichts zu suchen. Frauen, die man in Baumärkten trifft, sind entweder unter 30 und weinen, alleine und entspannt oder dort wo sie hindürfen, wenn der Mann sie gnädigerweise doch mal mitgenommen hat: Im Gartencenter. Aber das ist ja auch immer auf dem Außengelände, nur eingezäunt… an sich ja perfekt.

04
Feb
09

Ich kann nichts wissen

Feedbackrunde zum Seminar. Alle sagen „Hat Spaß gemacht, die Referate waren teilweise etwas langweilig, etc…“ Das Übliche. Und dann ist eines meiner liebsten Schatzis an der Reihe: „Also ich finde diese Diskussionen nach Referaten total überflüssig. Wir sind alle nur Studenten und können noch nicht wissen was richtig oder falsch ist, dann sollte man doch lieber nichts sagen. Mich interressiert die Meinung von anderen Studenten auch gar nicht… nur Selbstprofilierung… bla“

Ok, selbst wenn sie grade von der Schule kommt, wo war sie? In China?

„Wenn du meinen Stiefelabdruck auf dem Arsch hast, dann weißt du was Profilierung ist!“ Ist mir natürlich erst 10 Minuten später eingefallen, da wars dann zu spät. Schade

Ach ja: Es war Klausurtag: Schreibe ein Essay. Frage aus ihrer Ecke: „Wieviele Argumente sollen wir bringen?“

„Genau drei bitte!“ Der war mir rechtzeitig eingefallen, aber der Prof hatte es schon diplomatischer ausgerückt.