Archiv für 27. Januar 2009

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„Schulligung, das war meiner…“

Wie cool sieht das immer aus, wenn in Filmen Verträge unterschrieben werden. Da wird ein schlanker, silberner Kuli aus der Innentasche und danach über millionenschweres Papier gezogen. Das geht bei mir nicht. Ich kann mit denen nicht schreiben. Auf meinen besten Kugelschreibern steht nicht Parker, Lamy oder Montblanc. Auf denen stehen steht Ratiopharm, Vattenfall oder Gerüstbau Walther. Diese haben an sich nur Vorteile. Ich finde sie schreiben besser. Gute, teure Minen hinterlassen einen satten, tintenblauen Strich, eine Billigmine ein elegantes, schnell trocknendes Jeansblau. Sie liegen besser in der Hand. Die Oberfläche ist aus billigem, weichem und griffigem Plastik, der Stift hat einen herrlich tiefen Schwerpunkt, wiegt ja nichts. Zudem personalisiert so ein Werbekuli bei Bedarf ungemein, erkennt man doch wo und mit wem der Gegenüber verkehrt. Zu diesem Zweck habe ich einen Kuli von meinem Fitness Studio, einen von einer (mir völlig unbekannten) Investmentbank und dergleichen mehr.

Ja, eine kleine Sammlung habe ich schon, es hat ja auch jeder seine liebenswerten Eigenheiten. Das Schreiben, das Klicken der Feder, deren Mechnismus, die Farbe. Sie sind eindeutig identifizierbar. „Wer hat meinen Kuli? Den von Bild der Frau? Der rote!“ Zack – schon ist er wieder da. Das ist nämlich die große Gefahr, dass sie verschwinden. Anderen Leuten bedeuten die nämlich nichts, die denken das wäre so ein Fluktuationsbesitz wie Einwegfeuerzeuge. Ein unersetzlicher Verlust, auch wenn die in einer Tausender-Auflage produziert werden. Weiß ich denn was oder wer Trovilo(tm) ist? Nein, also kann ich mir auch keinen zweiten besorgen. Das hat Konsequenzen. Einer meiner Kunden hat gute Werbekugelschreiber, da kann ich mit jedem Besuch einen kleinen Vorrat aufbauen. Aber psssst… ;)