Nein, Danke, bitte nicht! Schon beim Betreten des Supermarktes fiel mir dieser penetrante Gestank auf. Neben der Tiefkühlabteilung steht ein Promotionstand und serviert Nasi Goreng und Paella auf kleinen Plastiktellerchen. Um 10 Uhr morgens? Ich kämpfe beim Frühstück ja eh immer mit fester Nahrung, aber Paella? Sorry. Und dann der Geruchsbastard aus Paella und Nasi Goreng. Wow. Mutig. Ich wette, die Umsatzeinbußen sind nicht zu verachten, kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass überhaupt irgend jemand ein Tiefkühlprodukt kauft an diesem Morgen, geschweige denn von dieser Marke, ganz zu schweigen von dieser Sorte! Ich frage mich eh was diese Stände bringen. Ein wackeliges Plastikgestell mit einem bemitleidenswerten Wesen dahinter. Schon vor lauter Fremdschämen schau ich in die andere Richtung. Meistens sind sich die Promoter der Situation durchaus bewusst und schweigen betreten. Meistens. Andere sind so froh mal wieder einen Job zu haben haben, dass die jedem entgegen krähen: „Sie auch nen kleinen Tester?“. Und manchmal erbarmt man sich dann, wenn man gesehen hat, man wäre der siebte der Nein sagt. Und dann steht man da und schiebt sich ein Stückchen Brot mit dem super neuen Brotaufstrich in den Mund. Ach gar kein Fett? Unglaublich! Ja, sehr lecker. Man kaut besonders lange, da man hofft es komme bald ein weiterer Kunde, der es einem ermöglicht zu gehen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Der kommt aber nicht. Also beugt man kauend seinen Oberkörper zurück und begutachtet mit kritischem, doch gönnerhaftem Blick die Vielfalt der angebotenen Brotaufstriche. Keiner kommt, aufgeregtes Lächeln hinter dem Stand. Klar solange man da steht, denkt jeder, „Gott sei Dank, dann muss ich nicht“.
Dann sage ich höflich „Danke“ und gehe. Das ist die Wahrheit. Ich nehme mir nicht etwa eine Packung mit, die ich dann, sobald ich um die nächste Ecke bin, in das Sockenregal schiebe. Würde ich nie tun.

