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Jan
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Termin in den Achzigern

Ich war heute morgen um 8:00 Uhr beim Augenarzt. (Gerstenkornartige Entzündung… unschön aber nicht schlimm) Ich hätte ja eigentlich schon misstrauisch werden können, dass ich als Kassenpatient anstandslos einen Termin, gleich am nächsten Morgen bekomme. Gestern meinte ich schon, dass ich mich nicht sonderlich unterversorgt fühle. Nun ja. Ich habe einfach auf dem Stadtplan nach dem nächsten Arzt geschaut. Die Praxis war auf seltsame Art und Weise in eine übliche Wohnung integriert, was man hier in Hamburg aber häufiger findet. Was aber schon seltener ist, dass man mit dem Durchschreiten der Tür eine Reise in die 80er Jahre macht. Ich übertreibe nicht! Zunächst fallen viel braunes Kunstholz und Linoleumboden ins Auge. Hinter dem Tresen am Empfang (vermutlich das Esszimmer, das aus Platzgründen auch immer nur von einem Patienten betreten werden kann), eine Frau in den 40ern mit Bananarama-Frisur. Dort stand das, was man früher wohl als „EDV-Anlage“ bezeichnet haben mag, mit herrlich lautem Nadeldrucker und 14“-Bildschirm. Darauf eine Eingabemaske im MS-DOS-Look.

Das Wartezimmer war klassisch gehalten, der Glastisch der Gipfel an Modernität, Patienten wurden über eine beige Lautsprecherbox in das Sprechzimmer gebeten. Dort erwartete mich der Arzt: Jan Fedder in der Ibiza-Version, mit langen, nach hinten gegelten Haaren und einer schwarzen Hornbrille. Das alte Modell, nicht die aktuellen. Ich hatte die Wahl zwischen Untersuchungsstuhl und einem Schwarzen Dallas-Ledersessel. Sonst gab es keinen überflüssigen technischen Schnickschnak, wie man den aus anderen Praxen kennt. Wozu auch?

Das war ein Trip. Sagt ja nichts über die Kompetenz des guten Mannes aus, aber ob ich da nochmal hingehe weiß ich nicht. Vor allen Dingen nicht, wenn ich ein Problem mit dem Auge selbst habe, nicht nur mit dem Augenlid.


1 Antwort zu „Termin in den Achzigern“


  1. 9. Januar 2009 um 12:06

    Ach, bei Dir ist also die Raumzeitverschiebung mit integriertem Wurmloch angekommen?! Ich hatte sie schon vermisst. Schick’s bitte wieder rüber, ich aale mich gern in vergangenen Epochen. Das macht mich so schön jung… WAS DU JA NICHT NÖTIG HAST!!!


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